Montag, 22. Januar 2018


Italien, Siddi (Sardinien, Provinz Campidano):
Kirchlein San Michele Arcangelo, 
2. Hälfte 13. Jhdt.



Im Nordosten des Ortes steht auf einem Hügel, ...

 

... der auf Sardisch "Santu Miali" (also St. Michael) heißt, 
diese ehemalige Pfarrkirche von Siddi.



Außergewöhnlich ist ihre Westfassade, 
die gleich zwei Rundbogenportale hat, ...



... dessen nördlicheres einen Architrav
mit Steinfiguren hat, deren Sinn sich nur vermuten lässt:



Ganz links ist angeblich der gefallene Engel Luzifer abgebildet,
daher steht er auch auf dem Kopf.

Die beiden Figuren rechts daneben 
werden als Erzengel Michael und Gottvater gedeutet,
während die beiden ganz rechts für Adam und Eva gehalten werden.



Das linke Portal weist in seinem Tympanon
nur zwei unterschiedlich gefärbte Steine auf.



Interessant ist, dass sich das Rundbogenfries, 
das neben dem nördlichen Portal noch deutlich ausgeprägt war,
sich hier über dem südlichen fast verliert.



San Michele ist zweischiffig gestaltet, ...



... wobei das südliche Kirchenschiff
(hier im Bild) größer ausgefallen ist.



Nur dieses hat eine kleine Apsis, 
die nach Nordosten ausgerichtet ist ...



... und die heute teils aus Quadersteinen, ...



... teils aus kleinen Feldsteinen errichtet ist.



Das schmale Lanzettfenster ist wohl 
erst unlängst renoviert worden, ...



... ebenso wie das Kirchenschiff darüber
mit seinen Quadersteinen.



Die Südwestseite ist wiederum 
aus kleinen Steinen erbaut, ...



... während ihre Ecken 
durch massive Quader verstärkt sind.



Beide Portale weisen heute nur einfache Holztüren auf.



 Innen sind die beiden unterschiedlich breiten Kirchenschiffe ...



 ... durch Rundbögen auf sechseckigen Säulen getrennt
und mit Holz gedeckt.


 

Die kleine Nordostapsis ist steinsichtig gehalten. 






Sehenswert!









Donnerstag, 18. Januar 2018


Italien, Barumini (Sardinien, Provinz Campidano):
Kirchlein San Giovanni Battista, 12. Hälfte 13. Jhdt.



Nur wenige Kilometer östlich
 der wohl berühmtesten Nuraghe "Su Nuraxis" der Insel
befindet sich diese kleine Kirche im Ort Barumini
unweit der Pfarrkirche der Unbefleckten Empfängnis.



Sie ist denkbar einfach gestaltet,
hat zwei parallele Kirchenschiffe mit je einer Apsis im Osten,
die allerdings aus zwei verschiedenen Bauphasen stammen.

Aufgrund seiner Bauweise wird das südliche Kirchenschiff
in die 2. Hälfte des 13. Jhdts. datiert.

 Man nimmt an, dass die Kirche 1316 geweiht wurde,
als der Ort Barumini das erste Mal Erwähnung fand.



 Das spitzbogige Portal wurde erst später eingefügt,
wie an den kleinen Steinen darüber gut ersichtlich ist.


 
Das nördliche Schiff aus Quadersteinen aus rotem Vulkanstein,
die im Kontrast zum hellen Sandstein des Südschiffes stehen,
wurde erst im 15. Jhdt. angebaut.



Dieses erhielt ein ungewöhnlich breites Rundbogenportal.



Die Nordseite ist heute fensterlos,
hat dafür aber noch eine weitere Eingangstüre.

(Das Foto ist leider unscharf.)



Die beiden Ostapsiden sind im selben Stil erbaut
und dürften ebenfalls aus dem 15. Jhdt. stammen.



An der Nordostecke des Kirchenbaus ...



... kamen noch einmal helle und rötliche
Quadersteine zum Einsatz ...




... ebenso wie zwischen den beiden Apsiden, ...



... die beiden nur je einen kleinen Lichtschlitz aufweisen.



Die beiden Kirchenschiffe sind innen 
durch Pfeiler mit Arkaden getrennt,
von denen einer an seinen Ecken Löcher hat.

Angeblich wurden hier früher die zum Tod Verurteilten
in Erwartung ihrer Exekution festgebunden.

Leider war San Giovanni nicht offen.










Montag, 15. Januar 2018


Italien, Masullas (Sardinien, Provinz Oristano):
Kirchlein San Leonardo, 1. Hälfte 12. Jhdt.



Diese kleine Kirche steht in einem
der historischen Ortskerne von Masullas
und ist aus vulkanischem Sandstein erbaut.



Sie hat auf jeder Seite nur ein Rundbogenfenster, ...



... das wie hier an der Nordseite
aus Steinen in mehreren Farben gestaltet ist.



Hier wurde offensichtlich ein Portal
nachträglich zugemauert.



Die Sandsteine sind z.T. wirklich auffällig 
und interessant gemasert.



San Leonardo hat einen rechteckigen Grundriss ...



... mit einer halbrunden Apsis im Osten, ...



... die ebenfalls ein Rundbogenfenster aufweist.



Der schlichte, mit Holz eingedeckte Innenraum ...




... steigt nach Osten zu an,
sodass der Altarraum erhöht ist.

 (Foto aus dem Internet entnommen,
da die Kirche zugesperrt war)

Während der Restaurierung im Jahr 1977 kamen darunter
die Fundamente einer Vorgängerkirche zum Vorschein.



Auch die Südseite hat nur ...



... eine kleine Lichtöffnung, ...



... dafür ist das Seitenportal hier noch intakt.



Die Westfassade ist durch ein Rundbogenfries zweigeteilt:

Der untere Teil ist schlicht
und nur durch die verschiedenen Farben der Steine
und das Rundbogenportal gestaltet.

Der obere Teil hat ein Biforium
mit einem kleinen Campanile darüber.