Mittwoch, 18. Oktober 2017


Österreich, Geistthal (Steiermark),
Karner der Pfarrkirche Hl. Jakob der Ältere, 
Mitte 13. Jhdt. 
 


Ins steirische Hügelland westlich von Graz eingebettet ...



... liegt diese spätgotische Pfarrkirche ...



... mit ihrem Friedhof und romanischen Karner.



Dieser ist ein zweigeschossiger Rundbau ...



... mit kleinem Osterker.



Sein genaues Entstehungsdatum ist nicht bekannt,
doch da die Kirche 1245 erstmals erwähnt worden ist, ...



... ist anzunehmen, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt
auch der Karner schon vorhanden war.



Während der Zugang zum Karner im Westen erfolgt, ...



... weist er im Süden noch ein altes Rundbogenfenster auf.


 
Der Karner wurde 2007 restauriert 
und dient heute als Aufbahrungsraum.


 

Im selben Jahr wurde auch ein von Kurt Zisler 
gestaltetes Glasfenster eingebaut.


 
Der Chor der Kirche wurde in der 2. Hälfte des 15. Jhdts.
und das heutige Kirchenschiff von 1538 - 1539 errichtet. 



Bis 1786 war die Pfarre
 dem Stift St. Lambrecht inkorporiert. 



Zwischen 1968 und 1972 fanden außen
Restaurierungsarbeiten statt, ...



... der Innenraum wurde 2006 restauriert.



Innen ist die Kirche mit zahlreichen 
Heiligenfiguren geschmückt.

Im Inneren des Karners 
gibt es eine von Balthasar Prandtstätter gefertigte Kreuzgruppe 
mit Maria Magdalena, dem Apostel Johannes und zwei Schächern 
aus dem 2. Viertel des 18. Jhdts.

An der Altarstufe erkennt man einen römischen Inschriftenstein. 

Doch leider war der Karner verschlossen.










Samstag, 14. Oktober 2017


Österreich, Gols (Burgenland):
 Katholische Pfarrkirche Hl. Jakobus der Ältere,
12./13. Jhdt.




Diese Kirche wurde als Wehrkirche einer mittelalterlichen Pfarre
auf einer ehemals befestigten Erhebung
im südwestlichen Teil des Angerdorfes Gols erbaut.

Der Friedhof um die Kirche ist nach wie vor
von der ehemaligen Wehrmauer umgeben.



Die katholische Kirche war danach zeitweise in evangelischer Nutzung,
ehe eine eigene evangelische Kirche in Gols errichtet wurde.



1721 brannte die Kirche ab, dann wurde sie mehrmals renoviert.

Heute gibt es außen drei barocke Strebepfeiler,
die das alte Mauerwerk stützen.



Der kleine Kirchenbau hat einen massiven Ostturm
mit einem Pyramidenhelm.



 Östlich schließt die Sakristei daran an.



Bei der Renovierung im Jahre 1969 wurde versucht,
den mittelalterlichen Charakter der Kirche 
wieder spürbar zu machen.



Die Kirche zeigt an ihrer Südfront ...



... in einem Teilstück 
wieder frei gelegtes romanisches Quadermauerwerk ...



... mit einem vermauerten Rundbogenfenster.



Das zweijochige Langhaus ...


 
... hat ein barockes Kreuzgratgewölbe ...



... und einen breiten rundbogigen Triumphbogen
noch aus romanischen Zeiten mit abgefassten Kanten.



Im Turmerdgeschoß befindet sich
ein quadratisch kreuzgratgewölbter Chor.



Die Kirche steht heute unter Denkmalschutz.










Dienstag, 10. Oktober 2017


Österreich, Neudorf bei Staatz (Niederösterreich):
Heilig Geist-Kirche in Kirchstetten, 13. Jhdt.



Unweit des Schlosses Kirchstetten
liegt diese alte Kirche in einer Wegbiegung.



Ihr romanisches Langhaus stammt aus dem 13. Jhdt.
und wurde später nur geringfügig modifiziert.



Die Westseite ist portal- und fensterlos.



Die massiven Quadersteine sind aus Leithakalk
aus der Region Poysdorf-Drasenhofen.



Während auf der Südseite später alle Fenster vergrößert wurden, ...



... taucht auf der Nordseite ...



... noch ein original romanisches Rundbogenfenster auf.



Dieses ist zwar nachträglich vermauert worden,
aber trotzdem noch sehr gut erhalten.



Das romanische Langhaus wurde um 1400 ...



... um einen gotischen Chorturm erweitert.



Dieser wirkt heute wohl wegen seines einheitlichen Verputzes ...



... ziemlich massiv und klobig.



Er hat nur ein gotisches Fenster aus dem 14./15. Jhdt., 
das heute stark verändert wirkt..

Der Sakristeizubau stammt aus dem 18. Jhdt.



Im Kirchturm befinden sich zwei Glocken:

Die größere Marienglocke trägt die Jahreszahl 1535
und die Umschrift „Ave Maria gratia plena ...“.

Die kleinere Glocke ist aus einer Silber-Bronze-Legierung
und stammt angeblich bereits aus dem 12. Jhdt. 



Noch heute noch kann man alte Bearbeitungsspuren
an den Kirchenwänden des Langhauses sehen:

Im Steinburch wurden mit dem Zweispitz
Schrämmschlitze in das Gestein gehauen
und mit Keilen die Blöcke aus dem Verband gelöst;
die Endbearbeitung erfolgte mit der Steinhacke.



Links über dem Eingang
zeigen kleinere Quader eine spätere Bauphase an:

Hier wurden offenbar nach einer Zerstörung
wieder Steine aus Leithakalk verwendet.



Das romanische Südportal ist nur schlicht gestaltet,
Halbsäulen oder gar ein Tympanon sucht man hier vergeblich.



Im Zuge der Niederösterreichischen Landesausstellung in Kirchstetten
wurde die Kirche 1998 wieder instandgesetzt. 



Die Figuren der Hl. Maria und des Hl. Johannes
an der Triumphbogenwand stammen aus dem 18. Jhdt.,
das Kruzifix darüber ist in die 2. Hälfte des Jhdts. zu datieren.



Der Hochaltar wurde um 1700 gestaltet,
die dazugehörige Kreuzigungsgruppe 
stammt aus der 2. Dekade des 18. Jhdts.


 

Die Orgel wurde von Ignaz Reinold im Jahre 1826 gebaut.