Dienstag, 10. April 2012


Österreich, Wien:
Stephansdom, ab 1137.

Es gibt wohl kaum eine Periode, 
wo der "Steffl" nicht irgendwo eingerüstet ist!

Wenigstens werden die Verkleidungen der Baugerüste mittlerweile
sehr ansprechend gestaltet.



Dafür erstrahlt seine großteils romanische Westfassade
seit 2011 endlich in neuem Glanz!



Alles bis zur halben Höhe, 
was etwas dunkelgrauer ist als die beiden Türme und der Mittelteil oben,
entstammt dem spätromanischen Bau von 1230-45.



Hier, was erst später hinzu kam.

Die beiden Türme heißen Heidentürme,
die Herkunft des Namens ist nicht ganz klar.



Man nimmt an, dass der Name vielleicht
von zwei ganz und gar nicht christlichen Symbolen abstammt:



Am Ende der beiden Rundsäulen sitzen rechts eine Vulva
(unter dem Rundfenster - ist leider aus diesem Winkel schlecht erkennbar) ...



... und links ein Phallus
(unter der Uhr).



Warum das "Riesentor" - dieses romanische Portal und seine Vorhalle -
so heißt, ist ebenfalls nicht mehr ableitbar.



Jedenfalls befindet sich darin das imposanteste 
romanische Portal Österreichs.



Auch sonst findet sich auf dem Riesentor so manch Bemerkenswertes:

Hier unten der "Urmeter" (waagrechter Eisenstab)
zum Nachmessen eines Meters für die mittelalterlichen Wiener.



Und hier manch wunderliches Getier, 
das wohl damals die bösen Geister abschrecken sollte.



Hier ein Blick auf das gotische Langhaus,
dessen Grundstein 1359 gelegt wurde.



Der gotische Chor kam schon zwischen 1304 und 1340 hinzu.



Der Südturm wurde 1433 vollendet 
und war jahrelang mit seinen 136 m der höchste Turm Europas.



Ich persönlich bin ein Fan
der vielen originellen Wasserspeier, die man am Dom findet.



Diese Fresken wurden erst unlängst wiederhergestellt.



Der Nordturm wurde nie vollendet:
1511 gab es einen Baustopp,
1587 bekam er eine Renaissancehaube aufgesetzt.

Heute befindet sich die berühmte "Pummerin" darin,
die größte Glocke Österreichs.



Innen ist der "Steffl" eigentlich ein unglaubliches Sammelsurium 
von sakraler Kunst aus allen Epochen.



Im linken Seitenschiff ist der berühmte "Wr. Neustädter Altar" aus 1447,
der 1883 aus der Zisterzienserkirche in Wr. Neustadt hierher gebracht wurde.



Hier der Westbereich von innen:



Die riesige Orgelempore zwischen den beiden Heidentürmen ...



... sowie die Basis des rechten ...



... und des linken Heidenturmes innen. 



An der linken Turmbasis sind noch romanische Mauern erkennbar.



Seit nun die Ausstellung "Domschatz" auf der Westempore eröffnet ist,
kann man die romanischen Reste der Heidentürme auch von innen sehen:

Hier ein wunderschönes spätgotisches Kleeblattfenster,
das sich im südlichen Heidenturm befindet.



Bei der Renovierung wurden auch zwei
- allerdings gotische - Kapellen freigelegt,
in denen jetzt der Grossteil des Domschatzes zu sehen ist.



Durch diese Türe geht es eine Wendeltreppe hinab ...



... zur Westempore mit der Orgel.



Unter der riesigen Orgel sind nun gotische Altarbilder
und liturgische Gewänder ausgestellt.





Von hier oben sind die Kirchenschiffe des "Steffl"
gleich noch einmal so schön.



Hier das linke und das rechte Seitenschiff.



Auch Meister Pilgram lässt sich mit seiner berühmten Kanzel
aus diesem Blickwinkel schön fotographieren.



Im nördlichen Heidenturm kommen schließlich allerhand
bislang unbekannte, romanische Relikte zum Vorschein:



Diese alte Rosette, ...





... diese Säulengruppe mit ihrem dekorativen Kapitell, ...





... sowie zwei weitere Kapitelle mit Köpfen und Tierdarstellungen. 



Dieses Kleeblattfenster hat die Renovierung
leider nicht heil überstanden, ...



... dafür wurde dieses vorbildlich erhalten.



Hier Detailaufnahmen des ausgebrochenen Fensters
von der anderen Seite.



Völlig überraschend ist, ...



... dass hinter dem nordwestlichen Orgelkasten
noch eine Rosette sowie dieses wunderschöne romanische Fresko auftauchen.



Es zeigt Christus in der Mandorla,
wie es früher in den Ostapsiden von Kapellen üblich war.





Daneben scheint nur noch die rechte Seite erhalten,
während die linke wahrscheinlich schon während der Gotik
der steinernen Wendeltreppe zum Opfer fiel.



Es ist also anzunehmen, dass sich hier
während der Romanik eine Kapelle befunden hat.



Hier die romanische Rosette aus der Nähe.



Die Rosette des südlichen Heidenturms
ist bereits modern restauriert worden.




Das neu eröffnete Domschatz-Museum in der Westempore
trägt nun auch seinen Teil dazu bei,
dass der "Steffl" das unumstrittene
Wahrzeichen der Stadt Wien ist.





1 Kommentar:

  1. Der Stephansdom mit dem Stephansplatz ist für mich einer der schönsten. Vor allem die Streetkünstler - da sind immer wieder Gustostücke dabei.Maler, Breakdancer und Musikanten die Instrumente aller Art spielen.

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