Donnerstag, 16. November 2017


Italien, San Pietro di Sorres (Sardinien, Provinz Sassari):
Kloster San Pietro di Sorres, 12. Jhdt. 



San Pietro di Sorres ist ein nach wie vor aktives Benediktinerkloster
oberhalb des Dorfes Borutta in der Provinz Sassari.



Das Kloster und seine Kirche liegen weithin sichtbar ...



... auf einer Bergkuppe inmitten der Hügel des Meilogu.



Die Kirche ist im pisanischen spätromanischen Stil gestaltet.



Die weißen Kalksteinmauern
 eines fragmentarisch gebliebenen Kirchenschiffs 
aus dem 11. Jhdt. erhöhten die Baumeister gut 100 Jahre später ..



... durch schwarzweiße Felder 
im typisch toskanischen Stil aus Basalt und Kalkstein.



Der maurische Beitrag zur Architektur der Zeit
wird in der Zweifarbigkeit in den Inkrustationen
und Hufeisenbögen des Zwillingsfensters fassbar.
 
Die Eingangsseite an der Westfassade 
ist in Blendarkadenbänder gegliedert,
deren Bogenfelder Scheiben und Rhomben enthalten.



Die Zweifarbigkeit der Kirche setzt sich im Inneren fort.



Unklar ist, was dazu veranlasst hat, 
im Innenausbau zum Gewölbe überzugehen.


 
Vielleicht war der Architekt von den Gewölben ...



... von San Nicola di Silanos bei Sedini beeindruckt, 
das als Vorbild gilt.



Zur Ausstattung zählen eine gotische Kanzel, ...


 

... ein romanischer Altar,
ein zisterziensischer Sarkophag aus dem 11. Jhdt.
und eine einstmals mit bunten Einlegearbeiten 
versehene Chorschranke
(letztere beide nicht im Bild).



 Beeindruckend ist auch die schlichte Zweifärbigkeit der Apsis.



Die beiden Seitenschiffe fallen relativ schmal aus.



Alle Pfeiler sind ebenso zweifärbig gestaltet
und haben Kapitelle mit floralen Reliefs.



Hier ein alter Säulenstumpf
- vielleicht von der Vorgängerkirche?



An der Südseite befindet sich ein weiteres,
sehr schlichtes romanisches Rundbogenportal.



Die Kirchenmauer ist hier nur in Weiß gehalten, ...



... während das anschließende Konventgebäude ...



... wieder weiße und schwarze Steine aufweist, ...



 ... die in den Biforien gezielt ... 



... zur Gestaltung eingesetzt werden.



Die Nordseite ist ebenso glatt und schmucklos gehalten
wie die Südseite und verfügt nur über Schlitzfenster.



Im Südosten schließt ein weiteres Konventsgebäude an.



Dieses ist aber zumindest ab dem ersten Stock
jüngeren Datums.



Die Ostfassade der Klosterkirche wird von der 
in der zweiten Bauphase errichteten Apsis beherrscht.



Ungewöhnlich ist das Rundbogenfries,
das die Wände der Seitenschiffe und die Apsis umsäumt.



Pisanisch ist die antikisierende Apsistraufe,
deren Gestaltungselemente an der Vorderfront wiederkehren.



Das Kloster verfügt auch über einen Kreuzgang, ...



... der aber wahrscheinlich nur im Zuge eines Museumsbesuches
(befindet sich gleich nebenan und ist kostenpflichtig)
zu besichtigen ist.



Auch scheinen die Benediktiner ziemlich geschäftstüchtig zu sein,
allerdings war am Sonntag vor 10 h 
außer der Kirche noch nichts geöffnet.



Dafür hier noch einmal der Blick hinein
in dieses herrliche wie seltene Farbenspiel.





Absolut sehenswert!









Montag, 13. November 2017


Italien, Milis (Sardinien, Provinz Oristano):
Friedhofskirche San Paolo, um 1140 erbaut

 

Diese romanische Kirche befindet sich 
im Süden von Milis inmitten des Friedhofs.



Auffällig ist ihre zweifärbige Westfassade, ...



... die im oberen Bereich dunkle Basaltsteine aufweist.



An ihrer Nordseite schließt eine kleine Seitenkapelle an,
auf die auch der kleine Campanile aufgesetzt ist.



An der Südseite verlieren sich die dunklen Steine allmählich ...



... bis nur noch helle Quader zum Einsatz kommen.

Wahrscheinlich stammt die Fertigstellung 
im Westen erst aus 1220.



Hier ist ebenfalls ein kleine Seitenkapelle angebaut,
die aber insgesamt kürzer ist als die an der Nordseite.



Im Osten befindet sich eine relativ große Mittelapsis, ...



... die nur unwesentlich 
vom Hauptschiff dahinter überragt wird.



Das Rundbogenfries darüber ist feingliedriger
als das der Ostapsis.



Wie während der Romanik üblich
ist diese durch Lisenen und Rundbogenfriese gegliedert
und hat ein Rundbogenfenster.



Hier die gesamte Breite der Ostseite.



Die Nordseite hat nur ein schmales Fenster.



Das Westportal ist relativ schlicht gehalten, ...



... obwohl es der Haupteingang zur Kirche ist.



Die Ostapsis ist fast vollständig
durch einen riesigen barocken Altar verdeckt.


Die beiden Seitenkapellen,
hier die südliche, ...


... sind ebenfalls einfach gehalten.