Donnerstag, 20. Juli 2017


Deutschland, Münchsmünster (Bayern):
Ehemalige Seelenkapelle bei Pfarrkirche St. Sixtus, 
wohl 1092 geweiht



 Gleich südöstlich neben der Pfarrkirche ...



... ist diese kleine Kapelle romanischen Ursprungs zu finden.



Während die Pfarrkirche zwar zur selben Zeit erbaut wurde,
ist sie inzwischen fast komplett umgestaltet,
doch diese ehemalige Seelenkapelle 
hat ihren romanischen Charakter bis heute bewahrt.



Über dem Südportal ist noch ein altes Tympanon eingemauert.



An der Ostseite ist eine typisch romanische halbrunde Apsis ...



... mit einem kleinen Rundbogenfenster zu finden.



Obwohl die Apsis der Pfarrkirche daneben 
auch noch romanischen Ursprungs ist,
ist sie heute kaum mehr als solche zu erkennen.



Bei der Seelenkapelle handelt es sich 
um einen verputzten Satteldachbau
mit leicht eingezogenem Vorchor und kleiner Chorapsis.



Das Grüngelände, auf dem die Kapelle steht,
war früher der Friedhof von Münchsmünster.



Innen soll die Kapelle ein Tonnengewölbe und 
im Vorchor ein Kreuzgratgewölbe haben.



Der Zugang an der Nordseite war leider verschlossen.









Dienstag, 18. Juli 2017


Deutschland, Hepberg (Bayern):
Kirchlein St. Oswald, 11. oder 12. Jhdt.


  
An der höchsten Stelle von Hepberg
erhebt sich diese kleine romanische Kirche.



Ihre genaue Errichtungszeit ist unbekannt,
da sie nie Pfarrkirche war und daher nie Archive hatte,
sondern die Kirche eines herrschaftlichen Anwesens war.



Bei der Entfernung des äußeren Verputzes stellte man fest, 
dass die Kirche in den ersten Jahren keinen Putz hatte, 
sondern nur aus behauenen und verfugten Steinen gebaut war. 

Außerdem war die Wetterseite nur aus groben Bruchsteinen gemauert,
da nach Abbruch des angebauten herrschaftlichen Hauses
die Mauer nicht mehr stark genug war und verstärkt werden musste.



Etwas ungewöhnlich versetzt erscheint auch die halbrunde Apsis,
ein Hinweis darauf, dass bei der Erbauung bereits ein Haus daneben stand.



Auch gab es um St. Oswald nie einen Friedhof.



An der Südseite befinden sich diese schönen Rundbogenfenster.



Der heutige Verputz wurde bei der Renovierung 1986 so erstellt, 
wie er sich an der Apsis innerhalb der Sakristei fand. 

Die Freilegung dort ergab einen Putz aus gotischer Zeit, 
der mit bräunlichem Sand aus einer Sandgrube von Hepberg versetzt wurde.



Der Zugang zu St. Oswald erfolgt heute über eine einfache Türe,
ein romanisches Portal ist nicht (mehr?) vorhanden.



Beim Eintritt in die Kirche fällt der Blick sofort
auf die alten Fresken in der Apsis:



Hier ist Christus in der Mandorla  
umgeben von den vier Evangelistensymbolen.



An der Laibung der Fenster im südlichen Langhaus
ist ebenfalls noch die Bemalung mit Pflanzenornamenten erhalten.



Deutlich beweist die weitere Funktion der Kirche ein Fluchtweg, 
der in Südostecke der Kirche entdeckt wurde. 



Dieser verlief ebenfalls in südöstlicher Richtung 
und endete entweder im Gebüsch oder in einer Scheune. 

Leider wurde dieser Gang beim Straßenbau zerstört.









Sonntag, 16. Juli 2017


Deutschland, Greding (Bayern):
Romanische Basilika St. Martin, 11. bzw. 12. Jhdt.



Noch von einer mittelalterlichen Stadtmauer geschützt ...



... steht im Nordwesten der Stadt auf einer Anhöhe ...



.... am Fuße des Kalvarienberges diese romanische Basilika.





Sie ist von einem engen Kirchhof umgeben.



Nördlich außerhalb der Kirchenmauer 
befindet sich ein Parkplatz.



Die Wetterseite des Turms wurde steinsichtig belassen.



Die untersten fünf Geschosse des Turmes
stammen noch aus dem 11. Jhdt.

Zum Turm gehörte früher eine kleinere, einschiffige Kirche.



Die anderen Gebäudeteile der romanischen Basilika 
wurden Mitte des 12. Jhdts. erbaut.



Die Ähnlichkeit des Turms 
mit dem des Doms zu Eichstätt ist augenfällig. 



St. Martin ist als dreischiffige romanische Hallenkirche ...


 
... mit drei Apsiden am Chor angelegt, 
d.h. in einer für die Region typischen Bauform. 


 

Noch vor 1588 wurde die Kirche umgebaut:

Die Seitenschiffe wurden erhöht und große Fenster 
im südlichen Seitenschiff eingebaut. 



Gleich im Südwesten neben Kirche ...



... steht die Michaelskapelle, ...



... die heute frisch restauriert ist ...



... und durch ihre schlichten Formen besticht.


 

Nur ein buntes Glasfenster in der Apsis dient als Zierde.



Im Untergeschoss dieser Kapelle wurde
- wahrscheinlich ebenfalls im 12. Jhdt. - ...



... ein Ossarium, also ein Karner, eingerichtet, ...



... der die Gebeine von etwa 2500 Verstorbenen enthält.



Zurück zum Kirchturm, ...



... der an seiner Westseite 
durch drei Strebepfeiler massiv verstärkt ist.



Neben den zweifachen Biforien an drei Seiten ...



... weist er darunter auch jeweils ...


 
... ein kleines Rundbogenfries auf.



Ein einfaches Rundbogenportal lädt in die Kirche ein.



Diese überrascht sofort mit einem hellgelben Farbton,
der den gesamten Innenraum überzieht.



Die Kirche wurde 1965 - 1967 komplett restauriert.



Der Obergaden weist zwar noch 
das eine oder andere kleine Fenster auf, ...



... ist heute aber blind, d.h. ohne Tageslicht.



Die Orgel befindet sich auf einer erstaunlich fragilen Westempore,
die nur von zwei Holzbalken gestützt ist.



Dafür sind beide Seitenschiffe durch große Fenster beleuchtet.



Dadurch ist aber auch gut zu erkennen,
dass diese Wände nicht mehr gerade sind
(s. die Außenmauer an der linken Seite).



Im nördlichen Seitenschiff ist ganz hinten ...



... ein alter, romanischer Taufstein aufgestellt.



Die kleine Seitenapsis ist leicht nach außen versetzt.



In ihr befindet sich der Tabernakel.



Sehenswert ist der spätgotische Altar aus um 1480, 
der den gekreuzigten Jesus 
und darunter die trauernde Maria Magdalena zeigt.



Neben dem Altar stehen die Skulpturen von Maria und Johannes, 
entstanden um 1780.



Die Predella des Altars ziert ein Beweinungsrelief.



Dahinter sind in der Kalotte der großen Apsis ...



... noch die mittelalterlichen Fresken von Christus in der Mandorla
umgeben von den vier Evangelisten erhalten.



Die südliche Seitenapsis sitzt genau in der Mitte
sowie auch das große Fenster darüber.



Im südlichen Seitenschiff sind auch noch die meisten 
erhaltenen Fresken zu finden ...



... wie diese beiden Heiligenfiguren.



Auch an den Pfeilern ...



... und Bögen sind Fresken zu finden.



Diese hier sind sicher noch nicht so alt.


Doch dieser Hl. Christophorus im Langhaus ...



... oder dieses Bildnis des Hl. Martin,
dem diese Kirche geweiht ist, ...



... könnten durchaus noch aus dem 12. Jhdt. stammen.



Auch dieses Fresko, das wohl einen Christuskopf
umgeben von einem Heiligenschein zeigt, 
kann von den Farben her auf dieselbe Entstehungszeit datiert werden.



Neben dem Taufstein im nördlichen Seitenschiff ...



... sind auch noch vereinzelt alte Grabsteine zu finden.





Sehenswert!