Donnerstag, 13. Juli 2017


Deutschland, Berching (Bayern):
Benediktinerkloster Plankstetten, 1129 gegründet



Diese äußerst aktive Benediktinerabtei
liegt südlich von Neumarkt in der Oberpfalz in Plankstetten,
das heute ein Ortsteil von Berching ist.



Sie wurde 1129 als bischöfliches Eigenkloster
durch Graf Ernst II. von Hirschberg und seine beiden Brüder,
die Bischof und Hochstiftsvogt von Eichstätt waren, gegründet.




Aus der Gründungszeit ist heute noch die romanische Krypta vorzufinden, ...





... die nur am Sonntag ab 13h oder im Rahmen einer Führung zu besichtigen ist.



Auch die Basen der beiden Kirchtürme ...




... zeigen noch deutliche romanische Züge.




Der Nordturm weist Lisenen, Rundbogenfriese
und kleine romanische Zackenmuster darüber auf.


 

Auch an seiner Nordseite sind diese noch erhalten.



Die oberen Stockwerke wurden offensichtlich
nachträglich verändert oder aufgesetzt.
 


Leider ist der Zutritt zu den Kirchengärten verboten,
somit ist es auch unmöglich,
das Langhaus oder die Ostseite der Kirche
aus der Nähe zu fotografieren.



Der Südturm wurde während des Barock ...



... umbaut und ins Haus des Abtes integriert.



Auch sind seine oberen Stockwerke
wahrscheinlich während des Barock erneuert worden,
hier sind keine romanischen Spuren mehr sichtbar.



Der kunstsinnige Abt Romanus Dettinger (1694 – 1703)
 schuf die barocke Toreinfahrt
mit der sich darüber befindenden ehemaligen Abtswohnung
sowie den charakteristischen Eckturm auf der rechten Seite. 



Im Jahr 2013 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten abgeschlossen,
bei denen auch die Klausurräume der Mönche, die Zentralküche, ...



... die Gästezimmer und die Seminarräume
unter besonderer Berücksichtigung ökologischer Aspekte fertiggestellt wurden.



 Doch zurück in die Abteikirche:

Ehe man diese betreten kann, 
gelangt man in eine Vorhalle, das so genannte Paradies.



Dieses wird von einem mächtigen Kreuzgewölbe überspannt, ...




... das von Säulen mit Würfelkapitellen getragen wird.



Am Eingang dazu sind an beiden Seiten
diese romanischen Kapitelle mit floralen Mustern wieder aufgedeckt worden.



Vom Paradies aus gehen auch ...



... diese zwei Kapellen nach links und rechts ab.



Das Eingangsportal ist ebenfalls noch 
im romanischen Zustand erhalten.


 

An seiner rechten Seite sind diese Steinreliefs zu finden ...



... und direkt im Portal diese Blendsäulen mit Würfelkapitellen.



Mit Blitzlicht kommt das schöne Schmiedeeisentor zur Geltung.



Im Innenraum der Kirche
sind verschiedene Stilepochen „hängengeblieben“:

 Der gesamte Raumeindruck stammt
noch von der romanischen Basilika, ...



... die Apsis ist gotisch gestaltet, ...



... die barocke Kanzel ist ein Geschenk 
des Stiftes Lambach in Oberösterreich ...



 ... und die Dekoration entstand während des Rokoko:
Die Deckengemälde stammen von Matthias Zink 
vom Anfang des 18. Jhdts.



Eine weitere romanische Besonderheit
ist noch in der so genannten Abt Maurus-Kapelle zu finden:



Obwohl diese eigentlich gotisch gestaltet ist, ...



... ist hier noch eine romanische Arkade ...



... des mittlerweile abgegangenen Kreuzgangs zu sehen.



Vier Rundbögen sind erhalten, ...


... wobei die beiden mittleren 
von Zwillingssäulen getragen werden.



Alle Säulen haben einfache Würfelkapitelle.



Zum Schluss noch einige Abbildungen der Krypta, ...



... die heute farbenprächtigst ausgemalt ist ...



... und von den Benediktinern noch eifrig genutzt wird.

 

Hier einige Fresken aus der Nähe ...



... wie dieser Stammbaum Christi.



Die Benediktiner von Plankstetten sind übrigens überaus geschäftstüchtig:

Nach dem Wegfall der Schule und des Internats
 suchte das Kloster nach neuen Aufgaben und Einnahmequellen. 

Heute betreibt es ein Bildungshaus, 
in dem u.a. Tagungen zur Dorferneuerung 
und Öko-Landwirtschaft stattfinden.

Neben diesem Marktwagen gibt es noch einen Hofladen,
eine Landwirtschaft, Gärtnerei, Imkerei, Bierbrauerei,
Bäckerei, Fleischerei, Schenke, Buchhandlung,
einen Missionsbasar sogar einen Online-Shop!





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen